Naturgefahren in der Schweiz: Erdbeben, Radon, Lawinen und Hangmuren für Ihre Adresse prüfen

In einem Gebirgsland gehören Naturgefahren zum Eigentum dazu. Diese Seite erklärt, welche Gefahren Planer und Versicherer prüfen, welche Werte und Zonen gelten – und wie Sie nachschlagen, was für eine bestimmte Adresse zutrifft, statt es erst nach dem Kauf zu erfahren.

Warum Naturgefahren beim Kauf zählen

Erdbeben, Radon, Lawinen und Hangmuren lassen sich nach dem Kauf kaum noch ändern, und sie sind bei einer Besichtigung nicht sichtbar. Der suntag.ch-Bericht zeigt diese vier Ebenen als Übersichtskarten des Bundes. Sie sind eine erste Orientierung und zeigen, wo Sie nachfragen sollten; die verbindlichen Unterlagen liegen bei Gemeinde und Kanton.

Erdbeben: die Zonen nach SIA 261

Die Norm SIA 261 teilt die Schweiz in Erdbebenzonen von 1 bis 3b ein, basierend auf der maximal erwarteten Bodenbeschleunigung bei einer Wiederkehrperiode von 475 Jahren:

Zone 1 (tiefste)0.6 m/s²
Zonen 2 und 3adazwischen
Zone 3b (höchste)1.6 m/s²

Die höchsten Zonen liegen vor allem im Wallis und in der Region Basel; dort verlangt die Norm eine stärkere Bemessung der Tragwerke. Ältere Gebäude wurden selten auf Erdbeben ausgelegt, was in den Zonen 2 und 3 am meisten zählt. Fragen Sie bei älteren Gebäuden nach der Bemessung.

Radon: ein unsichtbares Gas im Gebäude

Radon ist ein natürliches radioaktives Gas, das aus dem Untergrund in Gebäude eindringen kann. In Räumen, in denen sich Menschen regelmässig aufhalten, gilt ein Referenzwert von 300 Bq/m³. Wird er überschritten, sieht die Strahlenschutzverordnung Sanierungsmassnahmen vor. Den tatsächlichen Wert liefert nur eine Messung im Gebäude.

Die Radonkarte lesen

Die Radonkarte zeigt keine Messwerte, sondern die Wahrscheinlichkeit in Prozent, dass ein Gebäude den Referenzwert von 300 Bq/m³ überschreitet:

1 % oder wenigergeringes Risiko
über 20 %etwa jedes fünfte Gebäude überschreitet den Referenzwert
hohe Wahrscheinlichkeiteine einfache Messung über einige Wintermonate ist ratsam

Ein höheres Radonpotenzial zeigen unter anderem der Jura, das Tessin und Graubünden. Eine Messung ist günstig und lässt sich im Alltag durchführen.

Lawinen und Hangmuren

Die Übersichtskarten aus SilvaProtect-CH zeigen, wo Lawinen und Hangmuren (schnell fliessende Gemische aus Erde und Wasser an offenen Hängen) vorkommen können. Sie sind besonders für Lagen in den Bergen relevant und nur ein erster Hinweis. Verbindlich sind die Gefahrenkarten von Gemeinde oder Kanton, die auf Parzellenebene drei Zonen unterscheiden: Rot (Bauverbot), Blau (Bauen mit Auflagen) und Gelb (Hinweis). Schauen Sie deshalb auch den Hang oberhalb Ihres Standorts an, nicht nur den Standort selbst. Andere Gefahren wie Hochwasser oder Steinschlag deckt der Bericht nicht ab; dazu gibt die Gefahrenkarte der Gemeinde Auskunft.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  1. Fragen Sie bei der Gemeinde oder dem Kanton nach der Gefahrenkarte für die Parzelle, besonders in den Bergen.
  2. Schauen Sie den Hang oberhalb des Grundstücks an: Wo könnten Lawinen oder Hangmuren herkommen?
  3. Fragen Sie bei älteren Gebäuden in den Erdbebenzonen 2 und 3 nach der Erdbebenbemessung.
  4. Planen Sie bei erhöhtem Radonpotenzial eine Messung über einige Wintermonate ein.
  5. Klären Sie, welche Gefahren der Bericht nicht abdeckt (zum Beispiel Hochwasser, Steinschlag), und fragen Sie dazu die Gemeinde.

Die Naturgefahren für Ihre eigene Adresse nachschlagen

Der suntag.ch-Bericht zeigt für jede Adresse in der Schweiz und in Liechtenstein die Erdbebenzone nach SIA 261, das Radonpotenzial sowie die Lawinen- und Hangmurengefahr. Dazu die Besonnung Tag für Tag übers ganze Jahr, Strassen-, Bahn- und Fluglärm, Erreichbarkeit mit Auto und ÖV, Glasfaser, 5G, Mobilfunkantennen, Radio- und Fernsehsender, Hochspannungsanlagen, Solarpotenzial und Bauzonen – als 31-seitiger PDF-Bericht mit 11 Grafiken, 30 Karten und 3 Tabellen ab CHF 15.

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Häufige Fragen zu Naturgefahren

In welcher Erdbebenzone liegt meine Adresse?

Das zeigt die Erdbebenzonenkarte nach SIA 261 (Zonen 1 bis 3b). Der suntag.ch-Bericht stellt sie für Ihre Adresse dar. Die höchsten Zonen liegen vor allem im Wallis und in der Region Basel.

Ab welchem Wert ist Radon problematisch?

In Räumen, in denen sich Menschen regelmässig aufhalten, gilt ein Referenzwert von 300 Bq/m³. Wird er überschritten, sieht die Strahlenschutzverordnung Sanierungsmassnahmen vor. Den tatsächlichen Wert liefert nur eine Messung im Gebäude.

Was bedeutet der Prozentwert auf der Radonkarte?

Er gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass ein Gebäude den Referenzwert von 300 Bq/m³ überschreitet. Bei 1 % oder weniger ist das Risiko gering; über 20 % überschreitet etwa jedes fünfte Gebäude den Wert, und eine einfache Messung über einige Wintermonate ist ratsam.

Sind die Lawinen- und Hangmurenkarten verbindlich?

Nein, sie sind nur ein erster Hinweis. Verbindlich sind die Gefahrenkarten von Gemeinde oder Kanton mit den Zonen Rot (Bauverbot), Blau (Bauen mit Auflagen) und Gelb (Hinweis).

Welche Naturgefahren deckt der Bericht nicht ab?

Der Bericht deckt Erdbeben, Radon, Lawinen und Hangmuren ab. Andere Gefahren wie Hochwasser oder Steinschlag sind nicht enthalten; dazu gibt die Gefahrenkarte der Gemeinde Auskunft, auch über das nationale Portal naturgefahren.ch.

Siehe auch: Immobilien-Checkliste für die Schweiz →

Siehe auch: Besonnung und Sonnenstunden in der Schweiz →

Quellen und Methodik: Erdbebenzonen: Norm SIA 261, Daten des Bundesamts für Umwelt (BAFU), Wiederkehrperiode 475 Jahre. Radon: Bundesamt für Gesundheit (BAG), Referenzwert 300 Bq/m³ nach Strahlenschutzverordnung. Lawinen und Hangmuren: SilvaProtect-CH, BAFU. Die Karten sind nationale Übersichtskarten, keine Gefahrenkarten auf Parzellenebene, und ersetzen keine amtliche Beurteilung oder Messung. Weitere Informationen: naturgefahren.ch, slf.ch, seismo.ethz.ch, ch-radon.ch, map.geo.admin.ch.