Immobilien-Checkliste Schweiz: Was Sie an der Lage prüfen sollten, bevor Sie kaufen oder mieten

Eine Besichtigung zeigt Ihnen die Immobilie an einem einzigen Nachmittag. Sie zeigt nicht die Wintersonne, den Nachtzug, den ersten Bus um 6 Uhr oder die Gefahrenzone am Hang darüber. Diese Checkliste führt Sie in sechs Bereichen durch die Lage: Was Sie von zu Hause aus nachschlagen, was Sie vor Ort prüfen und was Sie sich vor der Unterschrift bestätigen lassen.

So nutzen Sie die Checkliste

Jeder Prüfpunkt ist mit dem Moment gekennzeichnet, zu dem er am besten passt: «Zu Hause» steht für Punkte, die Sie anhand von Karten und Daten vorab klären, «Vor Ort» für Punkte, die nur die Besichtigung zeigt, und «Vor der Unterschrift» für Fragen und Unterlagen, die Sie von Verkäufer, Verwaltung oder Gemeinde verlangen. Die Zahlen in Klammern, zum Beispiel (1.4–1.6), verweisen auf die passenden Grafiken und Karten im suntag.ch-Bericht für Ihre Adresse. Sie können jeden Punkt aber auch selbst mit den amtlichen Quellen unter jedem Bereich prüfen.

Allgemeine Information, keine Beratung und ohne Gewähr. Bitte lesen Sie den Hinweis am Ende dieser Seite.

Zu Hause Vor Ort Vor der Unterschrift

Die Datenpunkte für meine Adresse prüfen

Der suntag.ch-Bericht wertet die Datenpunkte dieser Checkliste für Ihre Adresse aus: Standard-Bericht CHF 15, innerhalb von Sekunden bereit.

1. Sonne und Tageslicht

Wie viel Sonne eine Wohnung wirklich bekommt, hängt von den Bergen, Hügeln und Gebäuden am Horizont ab, und es ändert sich mit der Jahreszeit. Der Winter ist meist der aussagekräftigere Test für eine Lage als der Sommer.

Warum es wichtig ist. Zwei Wohnungen zum gleichen Preis können sich an einem Wintertag um eine Stunde Tageslicht unterscheiden. Tiefe Alpentäler wie Lauterbrunnen verlieren die Sonne über lange Zeit, Südhänge im Wallis oder im Tessin behalten sie oft.

Quellen: bfe.admin.ch – Sonnenenergie, mit Karten zum Solarpotenzial von Dächern und Fassaden  ·  meteoschweiz.admin.ch – Klimanormwerte, Sonnenschein und Temperatur  ·  map.geo.admin.ch – die Kartenebenen mit Legenden

Im suntag.ch-Bericht: 1.1–1.19  → Die Datenpunkte für meine Adresse prüfen

2. Lärm: Strasse, Bahn, Flugzeug

Lärm lässt sich nach dem Kauf kaum noch ändern. Eine ruhige Besichtigung am Sonntag sagt nichts über den Berufsverkehr am Montag oder den Güterzug in der Nacht.

Warum es wichtig ist. Nachtgüterzüge fallen entlang der Gotthard-Achse ins Gewicht, Flugzeuge in der Nähe von Zürich-Kloten oder Genf, Hauptstrassen in weiten Teilen des Mittellands.

Quellen: bafu.admin.ch – Lärmkarten, Grenzwerte und Messmethoden  ·  bazl.admin.ch – das Lärmbelastungskataster der Zivilflugplätze  ·  who.int – «Environmental Noise Guidelines for the European Region» (2018)

Im suntag.ch-Bericht: 2.1–2.6  → Die Datenpunkte für meine Adresse prüfen

3. Anbindung: Pendeln, Mobilfunk und Glasfaser

Wie Sie zur Arbeit kommen und wie Sie online sind, bestimmt den Alltag. Beides kommt bei einer Besichtigung selten zur Sprache.

Warum es wichtig ist. Diese Punkte entscheiden, ob eine Wohnung für Pendeln, Familienleben und Homeoffice taugt. Ein Weiler in einem Bündner Seitental kann wunderschön und trotzdem schlecht angebunden sein, ein Stadtquartier verbindet meist Klasse A mit Glasfaser.

Quellen: are.admin.ch – wie die ÖV-Güteklassen definiert sind  ·  bakom.admin.ch – Abdeckungskarten für Mobilfunk und Breitband  ·  sbb.ch – Fahrplan, um den Arbeitsweg zu Ihren Zeiten zu testen

Im suntag.ch-Bericht: 3.1–3.8  → Die Datenpunkte für meine Adresse prüfen

4. Antennen, Hochspannungsleitungen und Kernkraftwerke

Masten und Leitungen übersieht man bei einer Besichtigung leicht. Die Karten zeigen nur Standorte, keine Feldstärke, und sagen nichts über gesundheitliche Wirkungen aus.

Warum es wichtig ist. Das Mittelland trägt die Hauptleitungen, und Notfallschutzzonen gelten um Gösgen, Beznau und Leibstadt, Adressen um Olten, Aarau oder Baden können daher in einer Zone liegen. Für Fragen zur Belastung wenden Sie sich an das Amt für Umwelt Ihres Kantons.

Quellen: bafu.admin.ch – Elektrosmog, Grenzwerte und Messungen  ·  bakom.admin.ch – das Register der Mobilfunkantennen  ·  ensi.ch – nukleare Sicherheit und Notfallschutzzonen

Im suntag.ch-Bericht: 4.1–4.4  → Die Datenpunkte für meine Adresse prüfen

5. Bauzonen und Umgebung

Ob eine Aussicht oder eine ruhige Strasse bleibt, hängt zum Teil von den Zonen rundherum ab. Ein Feld neben der Wohnzone kann in zehn Jahren ganz anders aussehen.

Warum es wichtig ist. Die Zonen geben an, was die Zonenordnung in der Umgebung grundsätzlich erlaubt. Einzelheiten wie Höhenbeschränkungen und ob ein Vorhaben tatsächlich bewilligt wird, entscheidet die Gemeinde.

Quellen: are.admin.ch – Raumplanung und harmonisierte Bauzonen  ·  bfs.admin.ch – Bevölkerungsstatistik  ·  Ihre Gemeinde – Bau- und Zonenordnung und Zonenplan

Im suntag.ch-Bericht: 5.1–5.2  → Die Datenpunkte für meine Adresse prüfen

6. Naturgefahren

Naturgefahren gehören zum Eigentum in einem Gebirgsland. Die Übersichtskarten zeigen, wo Sie nachfragen sollten; parzellengenaue Aussagen machen nur die Gefahrenkarten von Gemeinde oder Kanton.

Warum es wichtig ist. Das Wallis und die Region Basel gehören zu den am stärksten erdbebengefährdeten Gebieten, Jura, Tessin und Graubünden zeigen tendenziell ein höheres Radonpotenzial, und Lawinen und Steinschlag spielen im ganzen Alpenraum eine Rolle.

Quellen: naturgefahren.ch – das nationale Gefahrenportal  ·  slf.ch – Lawinen und Schnee  ·  seismo.ethz.ch – der Schweizerische Erdbebendienst  ·  ch-radon.ch – Radon, Karten und Messung

Im suntag.ch-Bericht: 6.1–6.6  → Die Datenpunkte für meine Adresse prüfen

Diese Unterlagen und Antworten sollten Sie verlangen

Richtwerte auf einen Blick

Direkte Wintersonne im Hauptwohnraummindestens 1,5 Stunden an einem Tag zwischen 1. Februar und 21. März (EN 17037; 3 Stunden mittel, 4 Stunden hoch)
Lärm, Wohnen (Empfindlichkeitsstufe II)Planungswerte 55 dB(A) Tag und 45 Nacht; Immissionsgrenzwerte 60 und 50 (Strasse, Bahn); Alarmwerte 70 und 65
Lärm, WHO-OrientierungStrasse unter etwa 53 dB (24 Stunden) und 45 dB nachts; Bahn 54 und 44 dB; Flugzeuge 45 und 40 dB
Mobilfunkanlagen / HochspannungsleitungenAnlagegrenzwerte 4 bis 6 V/m beziehungsweise 1 µT an Orten mit empfindlicher Nutzung
Radon in AufenthaltsräumenReferenzwert 300 Bq/m³
Steile Hängeab 30° (etwa 58 %) können Steinschlag und flachgründige Rutschungen beginnen
Notfallschutzzonen um KernkraftwerkeZone 1 grob 3 bis 5 km, Zone 2 etwa 20 km
BevölkerungsdichteSchweizer Durchschnitt etwa 2 pro Hektare; Vorort 20 bis 50; dichte Stadtquartiere über 100; Bergweiler unter 5

Zur Orientierung aus den genannten Normen, Verordnungen und Empfehlungen wiedergegeben; Werte und Regeln können sich ändern. Prüfen Sie immer den aktuellen amtlichen Text.

Die Datenpunkte für Ihre Adresse prüfen

Der suntag.ch-Bericht wertet die Datenpunkte dieser Checkliste für die Adresse aus, die Sie wählen: 31 Seiten mit mehr als 40 Grafiken und Karten aus amtlichen Schweizer Daten. Der Standard-Bericht kostet CHF 15 und ist innerhalb von Sekunden bereit. Die Prüfpunkte vor Ort und die Fragen vor der Unterschrift bleiben bei Ihnen.

Adresse analysieren

Häufige Fragen

Worauf sollte ich beim Kauf oder bei der Miete einer Immobilie in der Schweiz achten?

Neben Zustand und Grundriss entscheidet die Lage über den Wohnkomfort: die Wintersonne, Strassen-, Bahn- und Fluglärm, die Anbindung mit Auto und öffentlichem Verkehr, Mobilfunk und Glasfaser, die Bauzone sowie Naturgefahren wie Erdbebenzone, Radon, Lawinen, Steinschlag und Hangmuren. Diese Checkliste fasst sie in sechs Bereiche mit Richtwerten zusammen. Viele dieser Punkte lassen sich nur mit Daten beurteilen, nicht bei einem einzelnen Besichtigungstermin.

Wie viel Sonne braucht eine Wohnung im Winter?

Die europäische Tageslichtnorm EN 17037 empfiehlt mindestens 1,5 Stunden direkte Sonne in einem Hauptwohnraum an einem Tag zwischen dem 1. Februar und dem 21. März; 3 Stunden gelten als mittleres Niveau, 4 Stunden als hohes. Massgebend ist die Wintersonne: Dezember und Januar sind für den Wohnkomfort in einem Tal oft entscheidend, der Juni ist selten das Problem.

Ersetzt diese Checkliste eine Besichtigung oder eine Fachberatung?

Nein. Sie ist eine allgemeine Information auf Grundlage von Daten Dritter. Es besteht keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Eignung für einen bestimmten Entscheid, und sie ersetzt weder eine Besichtigung noch eine fachliche Beratung.

Woher stammen die Daten?

Von Bundesstellen (swisstopo, Bundesamt für Umwelt, Bundesamt für Kommunikation, Bundesamt für Energie, Bundesamt für Zivilluftfahrt, Bundesamt für Gesundheit, Bundesamt für Statistik, Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI, MeteoSchweiz und Bundesamt für Raumentwicklung). Die Quellen sind unter jedem Bereich aufgeführt.

Lassen sich die Datenpunkte für meine Adresse automatisch auswerten?

Viele davon ja. Der suntag.ch-Bericht wertet Besonnung, Lärm, Erreichbarkeit, Vernetzung, Bauzonen und Gefahren anhand amtlicher Daten für jede Adresse in der Schweiz und in Liechtenstein aus: 31 Seiten mit mehr als 40 Grafiken und Karten, ab CHF 15, innerhalb von Sekunden bereit. Die Prüfpunkte vor Ort und die Fragen an Verkäufer, Gemeinde oder Behörden bleiben bei Ihnen.

Siehe auch: Besonnung und Sonnenstunden in der Schweiz →

Hinweis: Allgemeine Information auf Grundlage von Daten Dritter; keine Rechts-, Bau-, Gesundheits-, Steuer- oder Finanzberatung. Keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität oder Eignung für einen bestimmten Entscheid. Diese Checkliste ersetzt weder eine Besichtigung noch eine Prüfung oder Beratung durch eine Fachperson. Richtwerte und Zahlen sind zur Orientierung aus den genannten Normen, Verordnungen und Empfehlungen wiedergegeben und können sich ändern; massgebend sind der aktuelle amtliche Text und die Beurteilung der zuständigen Behörde. Dass alle Punkte abgehakt sind, sagt nichts über die Eignung einer Immobilie aus. Entscheidungen treffen Sie in eigener Verantwortung. Es gelten die Nutzungsbedingungen der suntag.ch klg.