Besonnung in der Schweiz: Sonnenverlauf, Winterschatten und was er für Ihr Grundstück bedeutet
Wie viel Sonne ein Ort wirklich bekommt, hängt nicht nur vom Datum ab, sondern von den Bergen, Hügeln und Gebäuden an seinem Horizont. Diese Seite erklärt, wie die Besonnung in der Schweiz funktioniert – und wie Sie sie für eine bestimmte Adresse tatsächlich berechnen, statt sie zu schätzen.
- 16h 10minLängster Tag21. Juni
- 8h 24minKürzester Tag21. Dezember
- ~66°Max. Sonnenhöhe SommerSommersonnenwende
- ~19°Max. Sonnenhöhe WinterWintersonnenwende
Was Besonnung eigentlich ist
Besonnung ist die Zeit, während der ein Ort tatsächlich direktes Sonnenlicht erhält – nicht die Zeit, während der die Sonne irgendwo am Himmel steht. Der Unterschied entsteht durch den Horizont: Berge, Hügel, Wälder und Nachbargebäude blockieren die Sonne oft schon Stunden, bevor oder nachdem sie astronomisch auf- oder untergeht. In der Schweiz, mit ihrer ausgeprägten Topografie, kann dieser Unterschied gross sein – in manchen Tälern erreicht die Wintersonne einen Ort erst Stunden nach dem astronomischen Sonnenaufgang, wenn überhaupt.
Warum ein reiner Sonnenstand-Rechner nicht reicht
Die meisten kostenlosen Sonnenverlauf-Tools zeigen nur den astronomischen Sonnenstand – den Weg der Sonne über einem freien, flachen Horizont. Das ist nützlich, sagt aber wenig darüber aus, was an einem konkreten Standort tatsächlich passiert. Suntag rechnet mit dem echten Geländemodell der Schweiz – einem 25-Meter-Höhenraster von swisstopo – und verfolgt den Horizont in alle Richtungen von Ihrem Punkt aus. Das Ergebnis ist nicht der theoretische Sonnenstand, sondern die tatsächliche Besonnung: wann die Sonne die umliegenden Hügel und Berge freigibt, Tag für Tag übers ganze Jahr.
Tageslichtdauer im Jahresverlauf
Die Tageslänge in der Schweiz schwankt stark – bedingt durch die Lage auf dem 47. Breitengrad, ähnlich wie Montreal oder Nowosibirsk. Referenzwerte für den Raum Zürich:
| 21. Dezember (Wintersonnenwende) | 8h 24min |
| Anfang Februar / Anfang November | ~9h 30min |
| 20. März / 23. September (Äquinoktien) | ~12h 10min |
| Anfang Mai / Anfang August | ~14h 30min |
| 21. Juni (Sommersonnenwende) | 16h 10min |
Ausrichtung und Besonnung
Die Ausrichtung eines Grundstücks oder einer Wohnung bestimmt, zu welcher Tageszeit sie Sonne bekommt:
| Süd | Ganztägig ab Mittag, maximale Besonnung |
| Südwest | Nachmittags- und Abendsonne |
| Südost | Morgen- und Mittagssonne |
| West | Nur Abendsonne, kann im Sommer heiss werden |
| Ost | Nur Morgensonne |
| Nord | Kaum bis keine direkte Sonne |
Süd- und Südwestlagen gelten auf dem Schweizer Immobilienmarkt als gesucht und werden bei Bewertungen regelmässig positiv berücksichtigt; eine reine Nordlage ohne direkte Sonne wirkt sich tendenziell umgekehrt aus.
Die Winterschatten-Regel
Am 21. Dezember steht die Sonne in der Schweiz nur rund 19° über dem Horizont. Bei diesem flachen Winkel wirft ein 10 Meter hohes Gebäude einen Mittagsschatten von rund 29 Metern. Im Sommer, wenn die Sonne auf 66° steigt, sind es nur etwa 4.5 Meter – im Frühling und Herbst rund 11 Meter. Fragen Sie bei der Besichtigung also nicht nur "Scheint hier die Sonne?", sondern "Was steht südlich davon, im Umkreis von 30 Metern?" – jedes Gebäude oder jeder grosse Baum dort kann Ihnen im Winter die Sonne nehmen.
Worauf Sie bei der Besichtigung achten sollten
- Besichtigen Sie nach Möglichkeit im Winter, zwischen November und Februar – im Sommer hat fast jeder Ort genug Licht.
- Prüfen Sie den Süden im Umkreis von 30 Metern auf Gebäude, Bäume oder Hügel.
- Fragen Sie nach der Ausrichtung der Wohnräume, nicht nur der Adresse.
- Höhere Stockwerke erhalten meist mehr Sonne, da weniger Umgebung den Horizont blockiert.
- Verlassen Sie sich nicht auf einen einzigen, sonnigen Besichtigungstermin.
Die Besonnung für Ihre eigene Adresse berechnen
Der Suntag-Bericht berechnet die tatsächliche Besonnung für jede Adresse in der Schweiz und in Liechtenstein, Tag für Tag übers ganze Jahr, auf Basis des echten Geländemodells von swisstopo. Dazu Strassen- und Bahnlärm, ÖV-Anbindung, Glasfaser und 5G – als 16-seitiger PDF-Bericht ab CHF 12.
Häufige Fragen zur Besonnung
Was ist der Unterschied zwischen Besonnung und Sonnenschein?
Sonnenschein beschreibt, ob die Sonne am Himmel scheint oder von Wolken verdeckt ist – eine Wetterfrage. Besonnung beschreibt, ob die Sonne an einem bestimmten Ort überhaupt sichtbar sein könnte, gegeben den Horizont aus Bergen, Hügeln und Gebäuden – eine geometrische Frage, unabhängig vom Wetter.
Wie stark schwankt die Besonnung in der Schweiz je nach Jahreszeit?
Erheblich. Die Tageslichtdauer reicht von rund 8h 24min am 21. Dezember bis 16h 10min am 21. Juni, und die maximale Sonnenhöhe von nur ~19° im Winter auf ~66° im Sommer. Weil die Wintersonne so tief steht, wird sie viel leichter durch Gelände oder Gebäude blockiert als die hochstehende Sommersonne.
Warum ist die Besonnung im Winter wichtiger als im Sommer?
Weil im Sommer fast jeder Ort genug direkte Sonne bekommt – der Unterschied zwischen guten und schlechten Lagen zeigt sich erst im Winter, wenn die tiefstehende Sonne leicht von Nachbargebäuden, Bäumen oder Hügeln blockiert wird. Eine Besichtigung im Winter zeigt deshalb mehr als eine im Sommer.
Kann ich die Besonnung für eine bestimmte Adresse berechnen lassen?
Ja. Der Suntag-Bericht berechnet die tatsächliche Besonnung für jede Adresse in der Schweiz und in Liechtenstein, Tag für Tag übers ganze Jahr, auf Basis des echten Geländemodells von swisstopo – nicht nur des astronomischen Sonnenstands. Der 16-seitige PDF-Bericht kostet CHF 12 und ist innerhalb von Sekunden fertig.
Wie wirkt sich die Besonnung auf Heizkosten und Wohnkomfort aus?
Eine gute Besonnung lässt im Winter mehr Sonnenwärme in die Wohnräume, was den Heizbedarf spürbar senken kann – ein Effekt, den man als passive Solargewinne bezeichnet. Eine reine Nordlage ohne direkte Sonne bedeutet tendenziell höhere Heizkosten und ein kühleres, dunkleres Wohngefühl, besonders in den Wintermonaten.
Quellen und Methodik: Berechnungsgrundlage: 25-Meter-Geländemodell der Schweiz von swisstopo, kombiniert mit dem astronomischen Sonnenlauf. Die auf dieser Seite gezeigten Werte (Tageslichtdauer, Sonnenhöhe, Schattenlänge) sind allgemeine astronomische Richtwerte für die Schweiz (Referenzbreite ca. 47.4° N, Raum Zürich) und können je nach genauem Standort leicht abweichen. Für die tatsächliche Besonnung einer bestimmten Adresse berechnet der Suntag-Bericht den individuellen Horizont dieser Adresse.